Mittlerweile ist eine Woche vergangen und der Alltag hat einen wieder. Sind wir Europameister? Leider nein, dafür war die Konkurrenz zu groß und die Routine noch nicht gefestigt genug.
Die Anreise am Dienstag klappte problemlos und wir konnten in Ruhe alles ausladen und verstauen. Wonderstar bezog erst einmal seine Box für die nächsten 6 Tage und bekam sein Heu. Am Nachmittag konnten wir uns das Gelände und die Prüfungsplätze des Pferdezentrums Stadl Paura anschauen. Willi, wie ich ihn immer rufe, konnte seine doch recht große Anspannung an der Longe rauslassen. Die vielen Eindrücke und fremden Pferde waren doch sehr aufregend für den erst 5-jährigen Haflingerwallach.
Der Mittwoch startete um 10.25 Uhr mit dem Vet Check der“ jungen Pferde Vielseitigkeit“. Hier wird das Pferd vor den Richter und einem Tierarzt „Vorgemustert“, dafür wird es im Schritt und Trab an der Hand vorgestellt. Hier hieß es für Kristina Fascher und Wonderstar – Accepted! Am Nachmittag durfte dann auf dem Prüfungsplatz eine Trainingseinheit absolviert werden. Dies nutzten natürlich viele Reiter und so war es ein buntes Treiben mit vielen blonden Pferden. Zur Belohnung durfte er nach der Trainingsphase noch etwas grasen gehen.
Donnerstag stand als Erstes die Dressur an. Um 8:03 Uhr fieberte das Deutsche Team am Rand vom Viereck mit. Man merkte doch sehr, dass die Anspannung recht groß war. Bei der Vielseitigkeit ist der Dressurteil der Grundstein der Rangierung. Hier war klar, dass es noch die schwächste Disziplin von Willi ist und somit hofften wir auf einen Rang im vorderen Mittelfeld. Hier rangierten wir uns auf Platz 11 ein.
Freitag ging es recht spät mit dem Geländeteil los. Zum Glück riss pünktlich um 16:03 Uhr die Wolkendecke auf und wir konnten trockenen Weges als zweites ins Gelände starten. Kurz vorher wurde noch einmal die Strecke durchgesprochen und die Minutenpunkte gesetzt. Es war klar, dass wir zügig unterwegs sind, da das vorgegeben Tempo, 350 Meter die Minute war. Bisher sind wir in Deutschland meistens Strecken mit 450m/min gestartet. Willi war super gut drauf und zögerte lediglich nur einmal kurz am Wasser.
Was eine Runde! Wir konnten das Gelände mit der viertbesten Zeit beenden, es trennten uns nur 5 Sekunden zu dem schnellsten Reiter. Das anders als bei einer Vielseitigkeit in Deutschland jede Einzeldisziplin bewertet wurde, wussten wir leider bis nach dem Gelände nicht. Das Richtverfahren wurde vorher auch nicht offen kommuniziert, weswegen wir dann viel zu zügig unterwegs waren. Erst nach allen Ritten wurde von der Haflinger Welt-Zucht und Sportvereinigung kurz HWZSV das Richtverfahren auf Idealzeit umgestellt, also wer am nächsten an der vorgegebenen erlaubten Zeit war. Sehr schade! Dennoch war die Runde flüssig und harmonisch.
Die Ponys wurden am Samstag noch einmal dem Tierarzt vorgestellt. Bei der Verfassungsprüfung wird geschaut, ob die Pferde nach dem Geländetag noch frisch genug sind, um in der dritten Teildisziplin, dem Springen, zu starten. Hier hieß es wieder – Accepted!
Kurz danach ging es dann auch schon in den Parcours. Dieser war mit 11 Hindernissen bestückt, unteranderem eine Trippelbarre, ein Wassergraben und 2 Distanzen. Als fünftes Paar ging es dann los und wir konnten den Parcours mit der schnellsten Zeit beenden, leider fiel an Sprung 6 die Stange. Das setzte uns dann in der Einzelwertung an 6. Stelle.
Das Fazit aus sechs aufregenden Tagen: Wir sind mit der Leistung des Ponys zu 100 % zufrieden! Wir wissen, an was wir noch arbeiten müssen und konnten in unseren beiden Paradedisziplinen die Qualität zeigen. Am Ende sind wir auf Platz 10 der besten Haflinger in Europa „junge Pferde Vielseitigkeit“ gelandet, auf das wir sehr stolz sind.
Das wichtigste sind auch die Menschen im Hintergrund. Vielen Dank an meinen Trainer, das ganze Team vor Ort, die zurückgebliebenen und vor allem an die Sponsoren. Ohne diese ganzen Menschen ist eine solche Veranstaltung nicht möglich.
Liebe Grüße Kristina und Willi












